Beschlüsse und Statements

Die aktuellen Beschlüsse und Statements des Diözesanverbandes:

Beschlüsse aus 2018

Kirche bewirbt sich! Pastoral Berufe im Bistum als Chance begreifen

Wir sind der Überzeugung, dass jeder Mensch eine Sendung hat und sind froh darüber, dass auch Papst Franziskus dies als Schwerpunkt der Jugendsynode erkannt hat. Um dieser eigenen Sendung nachzukommen, braucht es Unterstützung. Dabei ist die Arbeit der Jugendpastoral von großer Bedeutung. Sie begleitet Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Sendung und muss daher einen wesentlichen Platz in unserem Bistum haben. Alle anderen pastoralen Berufe wiederum, wie Gemeindereferent*innen, Pastoralreferent*innen, Diakone oder Priester brauchen geeignete Bedingungen, um die persönliche Berufung realisieren zu können.

Wir unterstützen daher ausdrücklich den Beschluss des BDKJ-Bundesverbands „Kirche bewirbt sich! Neue Wege und Bedingungen für junge Menschen in pastoralen Berufen“ .
Im Sinne dieses Beschlusses fordern wir Bischof Heiner und alle Entscheidungsträger*innen im Bistum Hildesheim dazu auf

  • sich zu einer dauerhaft gut aufgestellten Jugendpastoral zu bekennen und diese aktiv zu fördern. Insbesondere fordern wir, wie schon in unserem Beschluss “#meinbistum2025: für eine jugendliche und zukunftsorientierte Kirche”, ein Ende der vielen unnötigen Befristungen der Arbeitsverhältnisse im Fachbereich Jugendpastoral.
  • eine bessere personelle Ausstattung des Fachbereichs Jugendpastoral, sodass in Jugendverbänden und Fachstellen langfristige Dienstverhältnisse mit Perspektive angeboten werden können.
  • Mitarbeiter*innen des Fachbereichs Jugendpastoral eine realistische Perspektive für einen Wechsel/Aufstieg in andere pastorale Berufe zu ermöglichen.
  • nicht-formale Kenntnisse, die zum Beispiel über entsprechendes ehrenamtliches Engagement erlangt wurden, als gleichwertige Kenntnisse zu Studienabschlüssen in Bewerbungsverfahren zu berücksichtigen.
  • zu prüfen, bei welchen pastoralen Aufgaben die Mitgliedschaft zur katholischen Kirche zwingende Voraussetzung ist oder ob nicht alternativ ein klares Bekenntnis zu Werten der Kirche bzw. eine Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche ausreichend ist.
  • geistliche Begleitungen von Jugendverbänden zu ermöglichen, indem Zeitkontingente von pastoralen Mitarbeiter*innen, zum Beispiel über Freistellungen, ermöglicht werden.
  • mit dem BDKJ und seinen Mitglieds- sowie Dekanatsverbänden im Rahmen von #meinbistum2025 den #dialog2025 zu intensivieren, um gemeinsam ein zukunftsorientiertes Bild zu entwerfen, das danach gemeinsam umgesetzt wird.
  • sich dafür einzusetzen, dass jugendpastorale Lehrstühle an Universitäten geschaffen werden.
  • in der Ausbildung pastoraler Berufe von Anfang an vielfältige Einsatzfelder, wie zum Beispiel den Bereich der Jugendarbeit, zuzulassen und einen Quereinstieg zu ermöglichen.
  • eine Überprüfung vorzunehmen, welche Leitungsämter zum priesterlichen Dienst gehören und diejenigen Leitungsämter, die inhaltlich nicht ans Priesteramt gebunden sind, zu öffnen, damit mehr Frauen Leitungsämter wahrnehmen können.
  • kooperative Leitungsmodelle, also gemeinsame Leitungen von Männern, Frauen, Klerikern und Lai*innen, auf allen Ebenen gezielt zu fördern.
  • eine familienfreundliche Gestaltung der Arbeitsverhältnisse.
  • Aufstiegsmöglichkeiten in pastoralen Berufen transparent aufzuzeigen.
  • eine professionelle, an die Arbeitnehmer*in orientierte Personalbegleitung und -führung zu garantieren.
  • Priesteramtskandidaten an Stelle der Konvikts- und Seminarausbildung neue, lebensnahe und vielfältige Wohn- und Begleitungsformen anzubieten.
  • einen Raum zu schaffen, in dem alle Menschen die Möglichkeit haben, sich angstfrei über Werte und Haltungen auszutauschen.
  • Arbeitnehmer*innen – ungeachtet ihrer sexuellen Identität – als Ebenbild Gottes zu begegnen. Dabei muss dafür gesorgt werden, dass dieses Ausleben ihrer Identität, keinen Einfluss auf das Arbeitsverhältnis nimmt.
  • die Berufungspastoral breit zu denken und vernetzt umzusetzen, wie zum Beispiel unter Einbindung des Engagements junger Menschen.
  • weiterhin sämtliche Initiativen, die die christlichen Werte des Bistums glaubwürdig machen, wie Prävention von sexualisierter Gewalt, Initiativen gegen Machtmissbrauch und Beteiligung junger Menschen, stark in den Vordergrund zu stellen.

Augen auf – Wirksame Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim

Augen auf – Wirksame Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim

Strukturen, die Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt in unserem Bistum begünstigen, müssen aufgedeckt und verändert werden.

Wir fordern daher Bischof Heiner dazu auf

  • die Präventions- und Interventionsarbeit im Bistum um externen Sachverstand schnellstmöglich zu erweitern.
  • eine professionelle Begleitung insbesondere Ehrenamtlicher durch die Ansprechpartner*innen für Verdachtsfälle im Bistum auch dann zu gewährleisten, wenn sich ein Verdacht sexualisierter Gewalt auch in nichtkirchlichen Kontexten, wie dem privaten Umfeld von Kindern und Jugendlichen ergibt.
  • mehr Ressourcen für die Präventionsarbeit im Bistum zur Verfügung zu stellen.
  • die Rahmenbedingungen für hauptamtliche Stellen im Präventionsbereich so zu gestalten, dass diese für Bewerber*innen attraktiv sind und besetzt werden können.
  • bei der Weiterentwicklung der Präventions- und Interventionsarbeit den BDKJ als Experten für die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen sowie für das Tätigkeitsfeld der Jugendverbände mit einzubeziehen.
  • Konsequenzen zu setzen, wenn Priester Präventionsarbeit nicht bedingungslos unterstützen.
  • bei der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt transparent zu handeln, Archive zu öffnen sowie staatliche Untersuchungen zuzulassen.
  • alles dafür zu tun, dass Täter*innen und Mitwisser*innen im Bistum zur Rechenschaft gezogen und konsequent aus dem Kirchendienst entlassen werden.
  • Opfer sexualisierter Gewalt angemessen zu entschädigen.
  • sich für die Entwicklung einer bundesweiten einheitlichen, koordinierten, authentischen und proaktiven Strategie gegen sexualisierte Gewalt in der Kirche einzusetzen und sich in diesem Prozess bestmöglich einzubringen.

Bischof Heiner und alle Aktiven in unserem Bistum fordern wir dazu auf

  • Präventionsschulungen bedingungslos zu unterstützen und allen Ehrenamtlichen eine Schulung zu ermöglichen.
  • mit ihrer Leitungsverantwortung sensibel umzugehen und Machtmissbrauch unmittelbar zu unterbinden.
  • die Sexualmoral der Kirche auf den Prüfstand zu stellen, indem in der Priesterausbildung und Priesterbegleitung stärker über Sexualität gesprochen wird.
  • über Homosexualität von Priestern und die Verpflichtung zum Zölibat offen zu diskutieren. Ebenso muss die aktuelle Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität in allen Bereichen der Kirche sowie im Rahmen aller Sakramente abgeschafft werden.

Wir, die Mitgliedsverbände und Dekanatsverbände des BDKJ DV Hildesheim und der Diözesanvorstand, verpflichten uns

  • unsere Präventionsarbeit regelmäßig weiterzuentwickeln.
  • die Engagierten in unseren Jugendverbänden weiterhin im Themenbereich “Prävention vor sexualisierter Gewalt” adäquat aus- und weiterzubilden.
  • Schutzkonzepte zu entwickeln bzw. zu verfolgen.
  • entschieden jeder Form sexualisierter Gewalt entgegen zu treten.

#dialog2025: Entwicklung eines Visionsprozesses zwischen dem BDKJ und dem Fachbereich Jugendpastoral

#dialog2025: Entwicklung eines Visionsprozesses zwischen dem BDKJ und dem Fachbereich Jugendpastoral

Eine gemeinsame Vision der gemeinsamen Jugendarbeit zwischen den katholischen Jugendverbänden und dem Fachbereich Jugendpastoral im Bistum Hildesheim ist momentan für uns nicht zu erkennen. Im Rahmen des #dialog2025 wollen wir diese Situation gemeinschaftlich angehen.
Wir schlagen dem Fachbereich Jugendpastoral daher die Einrichtung einer #dialog2025-Arbeitsgruppe zur Entwicklung einer Vision für die Jugendarbeit im Bistum Hildesheim vor. In der Arbeitsgruppe sollen insbesondere folgende Punkte erörtert werden:

  • eine Analyse der gegenwärtigen Situation in den Jugendverbänden sowie im Fachbereich Jugendpastoral (Angebote, Aufgaben, Ressourcen etc.)
  • Klärung gegenseitiger Erwartungen
  • Umgang mit gemeinsamen Zielgruppen: Was sind die Herausforderungen? / Was sind die Chancen?
  • Überlegungen für eine Strategie einer gemeinsamen starken Lobby für junge Menschen und die Jugendarbeit im Bistum
  • Formen gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit
  • Erarbeitung und Entwicklung des notwendigen Stellenbedarfs sowie der Stellenausgestaltungen
  • Entwicklung einer positiven Feedback-Kultur

Die Arbeitsgruppe soll

  • aus jeweils einer Person der Mitgliedsverbände CAJ, DPSG, KjG, Kolpingjugend, KSJ, Malteserjugend, des Diözesanvorstands und zwei Vertreter*innen der Konferenz der Dekanatsverbände sowie der Leitung des Fachbereichs Jugendpastoral bestehen.
  • einen Leitfaden bzw. Meilensteine entwickeln und Engagierte außerhalb der Arbeitsgruppe dort und soweit einbinden, wie sie das als sinnvoll erachtet.
  • beim Trägerwerk des BDKJ Diözesanverbandes bzw. beim Fachbereich Jugendpastoral Finanzmittel für ihre Aufgaben anfragen und erhalten.
  • von einer/m Mitarbeiter*in der Diözesanstelle begleitet werden.
  • der Diözesanversammlung 2019 einen Zwischen- oder Endbericht vorlegen.

Notfallmanagement

Notfallmanagement

Der Diözesanvorstand wird damit beauftragt, zu prüfen, ob die Ausarbeitung eines gemeinsamen Notfallmanagements für Verbände und Dekanate des BDKJ Hildesheim möglich ist.

Hierbei soll – zusammen Vertreter*innen aus Verbänden und Dekanaten – insbesondere geprüft werden, ob die Bildung einer Gruppe möglich ist, die Kinder- und Jugendgruppen im Rahmen einer Notfall-Rufnummer als Rückfallebene zur Verfügung steht.

Auf der nächsten Diözesanversammlung wird über den Stand der Arbeitsgruppe berichtet.

Mietbedingungen

Mietbedingungen

Der Diözesanvorstand des BDKJ wird damit beauftragt, Gespräche zusammen mit den Verbänden über die Mietbedingungen für die Ausleihe der bistumseigenen Fahrzeuge zu führen.

Ziel ist, diese Bedingungen den heutigen und derzeitigen Anforderungen und Gegebenheiten der Jugendarbeit anzupassen, in der Weise, dass sie fair dem Bistum und den Ehrenamtlichen gegenüber sind und somit der Arbeit der Ehrenamtlichen entsprechen und diese Arbeit weiterhin sinnvoll ermöglichen.

Wichtige Informationen aus 2017

Offener Brief an die Bistumsleitung

Sehr geehrter Herr Weihbischof,

Christlicher Glaube, Lebensweltbezug, Partizipation, Selbstorganisation, Demokratie, Freiwilligkeit sowie Ehrenamtlichkeit bilden die gemeinsame Grundlage unseres Engagements. Auf dieser Grundlage basiert unser Anteil an der Sendung der Kirche. Als Gemeinschaft von Gläubigen lassen wir durch unsere Kinder- und Jugendarbeit die Gegenwart Jesu Christi erfahrbar werden und bereichern damit die Gesamtheit der Kirche. Wir sind hierbei der Überzeugung, dass Kinder und Jugendliche durch unsere Verbände Kirche als einen Raum kennenlernen, in dem sie willkommen sind und in dem sich langfristiges Engagement auch lohnt.

Unsere Kinder- und Jugendarbeit wird, wie Sie wissen, auf lokaler und regionaler Ebene ehrenamtlich organisiert und durchgeführt. Das Engagement ist dabei vielfältig und individuell verschieden. Ein Großteil plant Gruppenaktivitäten, pädagogisches Programm oder Freizeiten. Viele übernehmen auch Verantwortung in der ständigen Weiterentwicklung und Umsetzung von Jugendleitungskursen. Und junge Menschen leiten unsere Verbände organisatorisch und finanziell, vertreten sie nach außen und führen innovative politische Projekte durch. In all diesem Engagement erleben wir, dass wir Kinder und Jugendliche mit unserem Engagement regelmäßig positiv überraschen. Ihr oftmals vorhandenes Bild einer „alten und langweiligen“ Kirche wird durch Beteiligung in unseren Verbänden bunt und spannend. Über die Möglichkeiten des scheinbar unbegrenzten Lernraums, den Jugendarbeit bietet, erreichen wir voller Freude, dass Kinder, Jugendliche und junge Menschen einen engen und attraktiven Zugang zur Kirche bekommen. Dadurch verstehen sie Kirche als Teil ihres Lebens, gestalten Kirche aktiv mit und wenden sich mit steigendem Alter nicht von ihr ab.

Ehrenamtliches Engagement in Zahlen auszudrücken ist nie vollständig möglich. Zwei Zahlen zeigen unseren Einsatz für und mit Kinder/n und Jugendlichen jedoch besonders auf: Mehr als 10.000 Bildungstage haben wir alleine im Jahr 2016 ortsübergreifend geleistet – die Bildungstage, die rein kommunal umgesetzt werden, vervielfachen diese Zahl noch deutlich. Und 12.659 Aktionsstunden für Vielfalt und Nächstenliebe haben wir im diesjährigen Projekt „Zukunftszeit“ gesammelt. Auch diese Zahlen zeigen aus unserer Sicht sehr klar, welchen Stellenwert unsere Arbeit für die Weiterentwicklung eines attraktiven Bistums hat.

Unser ehrenamtliches Engagement benötigt jedoch auch die Bereitstellung verlässlicher hauptberuflicher Unterstützung durch das Bistum. Hauptberufliche Referentinnen und Referenten bringen gemeinsam mit ehrenamtlich Verantwortlichen die pädagogische und jugendpolitische Arbeit voran, setzen in den Jugendleitungskursen einen pädagogischen Rahmen und entlasten Ehrenamtliche durch Übernahme organisatorischer Aufgaben. Der Bedarf dieser Unterstützung sollte dabei in partnerschaftlichem Dialog zwischen uns und dem Bistum entwickelt werden und unsere Arbeitsstrukturen sowie die qualitativen Ziele unserer Jugendarbeit berücksichtigen. Diese Berücksichtigung erfolgte schon in der Vergangenheit nicht ausreichend – die Bereitstellung hauptberuflicher Unterstützung durch das Bistum kochte vielmehr in den letzten Jahren auf Sparflamme. Trotz steigender Bildungs- und Aktionstätigkeit der Engagierten in unseren Verbänden wird es auch ab dem Jahr 2018 keine Verbesserung der hauptberuflichen Unterstützung durch das Bistum geben, eher im Gegenteil. Die Neugestaltung der Referentinnen- und Referenten-Stellen stellt unsere Verbandsstrukturen vor noch größere Herausforderungen und entspricht nicht dem genannten großen Engagement. Es entspricht insbesondere nicht unserer Vorstellung geeigneter Förderung von Jugendarbeit durch das Bistum, wenn die Bereitstellung personeller Mittel so gering ist, dass Referentinnen und Referenten parallel in mehreren Jugendverbänden arbeiten müssen. Unsere Stärke, verschiedene Zielgruppen von Kindern und Jugendlichen durch vielfältige Verbandsrichtungen zu erreichen – also für jedes Kind und jeden Jugendlichen ein attraktives Angebot für Engagement möglich zu machen – wird offenbar im Bistum nicht erkannt. Diese Stärke ist gleichzeitig aber auch wesentliche Grundlage unseres Selbstverständnisses und unserer Motivation. Ohne diese Stärke ist die Gefahr groß, dass auch ein wesentlicher Teil unserer Motivation, Kirche zu gestalten, erlischt. Zudem stehen die Ehrenamtlichen vor neuen Schwierigkeiten, da sie einen erhöhten Austausch miteinander benötigen, um die Aufgaben der hauptberuflichen Unterstützung untereinander aufzuteilen. Dadurch wird das Problem einer fehlenden ausreichenden Unterstützung nicht gelöst, sondern gestärkt.

Zudem ist es für das Bistum offenbar weiterhin selbstverständlich, Arbeitsverhältnisse für zwei Jahre zu befristen. In einer Zeit, in der gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Bistum benötigt werden, ist das aus unserer Sicht der falsche Weg. Zum einen, da diese Form der Anstellung mangels Zukunftsaussichten und mangels Sicherheit einem würdevollen Arbeitsleben sowie der Motivation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern entgegenstehen. Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter werden so nicht dazu animiert, in kirchlichen Strukturen zu arbeiten oder sich weiterzuentwickeln. Zudem erachten wir solche Arbeitsverhältnisse als unwirtschaftlich, da wir aufgrund der damit einhergehenden ständigen Personenwechsel wiederkehrend erhebliche Einarbeitungszeit ehrenamtlich investieren müssen.

Wir fordern Sie, sehr verehrter Weihbischof Schwerdtfeger, in Ihrer Hauptverantwortung innerhalb der Bistumsleitung daher dazu auf, die hauptberufliche Unterstützung für die Ehrenamtlichen in den Jugendverbänden so zu gestalten, dass ein verstärktes Engagement von Jugendlichen sowie die Aus- und Weiterbildung von Jugendleiterinnen und Jugendleitern auch möglich gemacht wird. Eine solche Unterstützung muss zumindest eine volle Stelle für jeden aktiven Jugendverband auf Diözesanebene umfassen.

Da wir in dieser Phase auch erkennen, dass unser Bistum deutlichere Signale und frische Ideen für die Gestaltung ihrer Zukunft braucht, halten wir es mit Papst Franziskus: Wir werden in den kommenden Jahren mit unserem Projekt #meinbistum2025 Kindern, Jugendlichen sowie allen Beteiligten in der Jugendarbeit einen Rahmen geben, in dem sie sich beim Bau einer jugendgerechten und zukunftsorientierten Kirchen noch besser beteiligen und ihre Ideen, Vorstellungen und Visionen sowie ihre Lebensrealitäten einbringen können.
Wir freuen uns jetzt schon auf die spannenden Ergebnisse, die unser gemeinsames Bistum in eine hoffentlich gute und jugendgerechte Zukunft führen. Selbstverständlich werden wir diese Ergebnisse auch laufend in den Kirchenentwicklungsprozess einbringen.

Der Vorstand des BDKJ Diözesanverbands Hildesheim,
die Mitgliedsverbände des BDKJ Christliche Arbeiter Jugend (CAJ), Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), Katholische junge Gemeinde (KjG), Kolpingjugend, Katholische Studierende Jugend (KSJ), Malteserjugend
sowie die Dekanatsverbände BDKJ Braunschweig, BDKJ Bremerhaven, BDKJ in Stadt und Region Hannover und BDKJ Nörten-Osterode.

Wichtige Beschlüsse aus 2017

#meinbistum2025: Für eine jugendliche und zukuftsorientierte Kirche!

Christlicher Glaube und Lebensweltbezug, Partizipation, Selbstorganisation und Demokratie, Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit sind die gemeinsame Grundlage des Engagements in unseren Verbänden. Auf dieser Grundlage basiert unser Anteil an der Sendung der Kirche. Als Gemeinschaft von Gläubigen lassen wir durch unsere Verbände die Gegenwart Jesu Christi erfahrbar werden und bereichern damit die Gesamtheit der Kirche. Als Fundament unserer Arbeit sehen wir die 2015 vom BDKJ beschlossene Theologie der Verbände.
Wir sind hierbei der Überzeugung, dass Kinder und Jugendliche durch eine lebendige Jugendverbandslandschaft Kirche als einen Raum kennenlernen, in dem sie willkommen sind und in dem sich langfristiges Engagement auch lohnt. In diesem Sinne wollen wir die Kirchenentwicklung in unserem Bistum in den nächsten Jahren noch aktiver mitgestalten.

Konkret wollen wir:

Jugendverbände als attraktive und jugendgerechte Glaubensorte sichtbarer machen;
Jugendverbände als Orte des aktiven Lernens für junge Menschen noch stärker etablieren;
in der (lokalen) Kirchenentwicklung des Bistums Hildesheim aufzeigen, dass Jugendverbände Vorbilder für die Demokratisierung der Kirche und ihrer Einrichtungen sind;
für die Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig ihrer sexuellen Orientierungen und Identitäten in der Kirche eintreten, so wie es in unseren Verbänden selbstverständlich vorgelebt wird;
uns für die Gleichberechtigung der Nationalitäten und Ethnien in ihrer Vielfalt sowie für den interreligiösen Dialog als wichtige Bestandteile der Kirche verstärkt einsetzen.

Um dies zu erreichen, setzen wir folgende Schritte:

Der BDKJ-Diözesanverband und seine Mitgliedsverbände arbeiten in der lokalen Kirchenentwicklung des Bistums noch stärker mit.
Der BDKJ-Diözesanvorstand nimmt die Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen gegenüber der Kirche noch stärker wahr, indem er sich um regelmäßige Austauschtreffen mit dem Bischof, Generalvikar bzw. bei Vakanz mit dem Diözesanadministrator bemüht sowie diese organisiert und bei kirchenpolitischen Entscheidungen die Stimme der Kinder und Jugendlichen aktiv einbringt.
Wir, die katholischen Jugendverbände starten die Initiative für das Projekt „#meinbistum2025“, in dem Kinder und Jugendliche aufzeigen, wie das Bistum im Jahr 2025 aus ihrer Sicht aussehen soll. Im Projektrahmen werden Kinder und Jugendliche sowie Leitungsgremien und Schulungsteams innerhalb der Mitglieds- und Dekanatsverbände ihre Vorstellungen für eine jugendliche und zukunftsorientierte Kirche einfach darstellen können. Die laufenden Ergebnisse werden durch den BDKJ regelmäßig in den Weiterentwicklungsprozess des Bistums sowie in die Entwicklung eines Jugendplans eingebracht.
Unsere Bildungsveranstaltungen, die für alle jungen Menschen offen sind, machen wir im Bistum stärker bekannt.
Mit dem Projekt „religiös.politisch.aktiv“ tragen wir einen wesentlichen Beitrag zum jungen interreligiösen Dialog im Bistum bei

Auf dieser Grundlage fordern wir die Bistumsleitung daher dazu auf:

die Meinung der Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen und den BDKJ in Form eines strukturierten Dialogs bei allen kirchenpolitischen Entscheidungen einzubeziehen;
unser Projekt „#meinbistum2025“ als Beitrag zur Weiterentwicklung des Bistums und seiner Kirchengemeinden zu unterstützen;
Räume und Infrastruktur für die Arbeit der Jugendverbände zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört auch eine das Engagement würdigende Preisgestaltung der katholischen Jugendbildungsstätte Wohldenberg;
die hauptberufliche Unterstützung für die Ehrenamtlichen in den Jugendverbänden so zu gestalten, dass ein verstärktes Engagement von Jugendlichen sowie die Aus- und Weiterbildung von Jugendleiterinnen und Jugendleitern auch möglich gemacht wird. Eine solche Unterstützung muss zumindest eine volle Stelle für jeden aktiven Jugendverband auf Diözesanebene umfassen;
unsere Angebote und Projekte in ihren Kommunikationsorganen besser abzubilden und mehr zu berücksichtigen.

Außerdem fordern wir die Kirchengemeinden dazu auf, Jugendarbeit als wichtigen Faktor zu begreifen – und zwar über die Firmvorbereitung und die Ministrant*innenarbeit hinaus.

Nein zu Hass und Fehlinformation – Ja zu einem menschenfreundlichen politischen Klima

Wir zeigen Hass und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der politischen Diskussion entschieden die rote Karte! Für uns ist es inakzeptabel, dass in unseren täglichen Lebensumgebungen wie auf Straßen, in Lokalen, auf politischen Podiumsdiskussionen, aber auch in sozialen Medien wie Facebook, Menschen beschimpft, diskriminiert und bedroht werden, nur weil sie eine andere politische Meinung, ein anderes Geschlecht, eine andere Nationalität oder ein “anderes Aussehen” haben. Der gezielte Einsatz von Falschinformationen („Fake News“) zur Herabwürdigung von Menschen bzw. Menschengruppen und der damit einhergehende gezielte Aufbau von Vorurteilen ist dabei besonders verwerflich. Aus unserem christlichen Wertebild heraus müssen sich Menschen auf den Pfad des Miteinanders und der Wahrheit begeben und Meinungsvielfalt auf faire und menschenwürdige Weise austragen anstatt Menschen mit Hass und Ausgrenzung zu begegnen.
Wir, die Mitgliedsverbände des BDKJ und der BDKJ Diözesanverband, treten daher wie schon in unserem erfolgreichen Projekt „Zukunftszeit“ weiterhin allen menschenverachtenden Parolen, Handlungen und Parteien entschieden entgegen. Wir wollen daher Parteien mit rechtspopulistischen oder rechtsradikalen Zügen wie, z.B. der AfD, auf Veranstaltungen des BDKJ keinen Raum bieten.

Zudem wird der BDKJ-Diözesanvorstand dazu beauftragt, gemeinsam mit der Geschäftsstelle für die Verantwortungsträger*innen in den Mitglieds- und Dekanatsverbänden, einen Leitfaden zu entwickeln, der junge Menschen im Umgang mit Fake News und Hate Speech in politischen Diskussionen sprachfähiger macht.